Hutmanufaktur seit Generationen

Reportage über Hutkönig Andreas Nuslan in der aktuellen Ausgabe des Männermagazins „Penthouse“

 

Als vor 20 Jahren ein bekanntes internationales Herrenmagazin mit einer aufwändig fotografierten Bilderstrecke über einen 30jährigen Hutmacher in Regensburg berichtete, konnte niemand ahnen, was dieser Bericht auslösen würde. Plötzlich wollte jeder den „Playboy“-Hut haben. In der aktuellen Dezember-/Januar-Ausgabe hat „Penthouse – das Magazin für den Mann“ Regensburgs bekanntestem Handwerker eine Titelgeschichte („Mad Hatter“) und vier Seiten gewidmet. „Ich behüte sie alle“, so das Motto von Andreas Nuslan, weltweit einziger Hutmacher- und Modistenmeister, also Spezialist gleichermaßen für Herren- und Damenhüte.

 

„Handwerk hat goldenen Boden.“ – Dieses Sprichwort galt nicht immer und vor allem nicht unbedingt für die mit körperlicher Arbeit, heißem Dampf, Schweiß und Fleiß verknüpfte Hutmacherei. Wer jemals einen Blick in die Werkstatt des „Hutkönigs“ in der Metzer Straße werfen konnte, weiß, dass sich an der Erstellung eines von Hand gearbeiteten Hutes über die Jahre nicht viel geändert hat. Doch lange Zeit war es kaum chic, Hut zu tragen. Zum Glück schätzen Mann und Frau nun wieder Hut, „und im Gegensatz zu früher sind den Trägerinnen und Trägern keine Grenzen und Dresscodes mehr gesetzt“, steht auf Seite 42 des „Penthouse“ zu lesen. „Jeder so, wie es ihm gefällt – alles ist kombinierbar“, verrät Andreas Nuslan. „Hutkönig“ deswegen, weil dieser Name, der auch über dem Ladengeschäft gegenüber dem Westportal des Regensburger Domes St. Peter steht, von den seit 1875 im Hutmacherhandwerk aktiven Vorfahren bedacht und perspektivisch gewählt worden war.

 

Andreas Nuslan hat – nicht nur auf den folgenden Seiten des Männermagazins – viel zu erzählen und spricht gerne über sein kleines „Hutkönigreich“. Warum die Titelstory „Mad Hatter – Mann trägt Hut“ heißt, ist ebenfalls schnell erklärt. Nachdem Jonny Depp erfolgreich in die Rolle des verrückten Hutmachers in der Walt Disney-Verfilmung von „Alice im Wunderland“ geschlüpft war, läutete bei Andreas Nuslan das Telefon. Disney fragte an, ob er den Filmhut für eine bundesweite Gewinnspiel-Aktion produzieren könne. Natürlich konnte er. „Penthouse“-Redakteurin Tanja Schwichtenberg hat zahlreiche Erzählungen des „Verrückten Hutmachers“ aus Regensburg zu einer interessanten Geschichte zusammengefasst, die immer wieder die Bedeutung der „Manufaktur“, also des in die Neuzeit geretteten und täglich ausgeübten Handwerks herausarbeitet. Bunt bebildert wird auch erzählt, wen Andreas Nuslan schon alles behütet hat: Jan Josef Liefers, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sowie der emeritierte Papst Benedikt XVI. zählen zu bekennenden Freunden der Hüte „handmade in Regensburg“. Und der 50jährige „Hutkönig“, der das Geschäft zusammen mit seinem zehn Jahre älteren Bruder Robert betreibt, sieht das ganz pragmatisch: „Ich behandle jeden gleich, egal wie berühmt er ist – und das schätzen die Leute.“ Und fügt verschmitzt lächelnd hinzu: „Ich bringe eben alle unter einen Hut.“